Hof Scharnhop in Niendorf I

 

 

 

 

Heimat- und Treckermuseum

   

Entstehung des Museums

Im Jahre 1983 fand im Nachbardorf Haaßel ein Trecker-Kräftemessen statt. Moderne Trecker mussten einen Bremswagen ziehen. Als plötzlich aus der Ferne ein Lanz Bulldog mit seinem unverwechselbaren Klang immer näher kam, lief meine Kindheit wie ein Film in mir ab.

Da kam er nun, ein 55 PS Eil-Bulldog, und der Motor lief, bub ----bub-----bub (klicken und Sie hören den Originalklang des Lanz Bulldog). Was bin ich als Kind gelaufen, um den Bulldog zu sehen und hören, wenn er bei uns den Berg hochfuhr, einmalig.

Der 55 PS Eil-Bulldog aus meiner Kinderzeit um 1944 vor der Molkerei in Bevensen.

Am gleichen Tag gab ich eine Anzeige in der "Land und Forst", unserer Bauernzeitung, auf, in der ich einen Lanz Bulldog suchte. Eine Woche später hatte ich einen 35 PS Ackerluft Bulldog.

Meine Begeisterung wuchs und nun sollte es noch ein Normag NG22 Bj. 1938 sein, weil mein Vater ihn hatte, und ein Hanomag AGR 38, Bj.1940, der auf dem Hof meines Großvaters seinen Dienst tat, sowie ein 28 PS Stahl-Deutz, Bj. 1938, der auf dem Nachbarhof lief.

v.l.r. 35PS Lanz Ackerluft Bulldog Bj. 1942, Hanomag AGR 38PS Bj. 1940, 28PS Stahl-Deutz Bj. 1938,
Normag NG22 Bj. 1938

An jedem Wochenende fuhr ich mit Trecker und Tieflader los, um die Rost-Stücke zu holen. Es dauerte nicht lange, bis die Zeitung berichtete. Nun gab es für mich keine Ruhe mehr, Bauern boten mir ihre alten, verrosteten Trecker und Maschinen an, die dann z.T. eine neue Bleibe fanden.

Mein Lieblingstrecker ist natürlich der Normag NG 22, weil der gleiche Trecker auf unserem Hof lief.

2001 lernte ich den Konstrukteur des Normag, Dipl. Ing. Erwin Peuker (91 Jahre), anlässlich eines Normag-Treffens in Nordhausen, kennen. Ein schönes und unvergessliches Erlebnis.

Normag Treffen mit Dipl. Ing. E. Peuker 2001 in Nordhausen Normag NG 22 mit Dipl. Ing. E. Peuker und J. Scharnhop

Normag NG 22 mit Dipl. Ing. E. Peuker (Interview)

Normag NG 22 mit Dipl. Ing. E. Peuker

Dipl. Ing. E. Peuker mit seinem 1. Normag 1936

Das Museum

Die ersten Besucher brachten mit, was nicht mehr zu gebrauchen war, so wurde es mehr und mehr bis der Platz nicht mehr reichte. Inzwischen sind alle 40 Trecker restauriert und können angesehen werden.

   

Besucher finden heute 40 Trecker von 11 - 55 PS ab Baujahr 1938.

 

Wer Lust hat, kann das Anlassen eines Lanz Bulldog erleben, der ca. 10 Minuten vorgeheizt wird, um ihn dann mit dem Lenkrad anzuwerfen.

 
Stationärmotor

Dieser Stationärmotor mit 40.000 ccm Hubraum leistet 75PS und lief bis ca. 1980 in einer Sägerei in Rieste. Heute ist es für Besucher ein Erlebnis, wenn der Motor mit Pressluft gestartet wird und dann mit 80 U/Min. leise und langsam vor sich hintuckert.

 
Feuerwehrgeräte der umliegenden Dörfer haben hier einen Platz gefunden. Eine Handdruckspritze der Firma Rönneberg, Uelzen, aus dem Jahre 1881 war bis 1949 in Niendorf 1 im Einsatz.

 

Ca. 80 Jahre alt ist diese, im Standardwerk Bevensen gebaute Dreschmaschine.

 
Eine Straßenwalze, die in den 50er Jahren ihren Dienst tat.

 

Zu sehen sind landwirtschaftliche Maschinen.

 

Auch viele alte Haushaltsgeräte gibt es hier zu sehen, sowie alte Radios, Fernseher, Nähmaschinen, Schusternähmaschinen uvm.

 

Es kommen Besucher aller Altersgruppen, die ältere Generation ist begeistert, erzählt aus früheren Zeiten. Kinder und Jugendliche stillen ihren Wissenshunger. Es ist eine Freude, ihnen zuzusehen, wenn sie mit großen Augen verfolgen, wie ein Trecker angedreht wird oder eine Maschine funktioniert. Das lässt die Kinderherzen höher schlagen.

Danach geht es auf den Spielplatz. Auch Grillen ist hier nach Anmeldung möglich.

 
     

 

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